Designerlebnis: Flughafen Charles-de-Gaulle

„This way!“ – „Un café noir, s’il vous plaît.“ Verschiedene Sprachen, verschiedene Kulturen. Große Hallen unter Deckenkonstruktionen aus Glas, die viel Licht durch die Räume fluten lassen. Endlos erscheinende Rollbahnen, dazwischen üppig begrünte Sitzmöglichkeiten. Ganz leise im Hintergrund die Turbinen eines Flugzeugs. Ein paar Schritte weiter übernimmt amerikanischer Hip Hop aus den Musikboxen eines Cafés die Gestaltung der Soundkulisse. Dann wird der Beat von Edith Piaf abgelöst: „Sous le ciel de Paris“. Unter dem Himmel von Paris. Willkommen am zweitgrößten Passagierflughafen Europas: Paris-Charles-de-Gaulle.

 

SURTECO Produktdesignerin Valentia Dedi ist unterwegs nach Amerika und in Paris-Charles-de-Gaulle zwischengelandet. Sie sitzt im Terminal 2 an der Champagnerbar des ersten Michelin Restaurants des Flughafens. Zeit für eine Bestandsaufnahme an einem bewegenden und bewegten Ort, der schon vor vielen Jahrzehnten entstanden und immer noch voll im Trend liegt. 

 

Unabhängig davon, wo man sich an diesem Flughafen aufhält, man spürt bei der gesamten Formsprache und Ausstattung das beeindruckende, zeitlose Design. Obwohl gerade hier der Faktor Zeit eine wichtige Rolle spielt. Jeder Prozess, die gesamte Abwicklung, Ankunft, Abflug, alles dreht sich um Zeit. Und dann ist der Rahmen, wo das stattfindet, so losgelöst davon. Dieser Flughafen wurde in den 70ern erbaut und trotzdem erscheint er uns jetzt so modern. Da gibt es den Terminal 1, der für sein futuristisches Design und die Form des Camembert legendär geworden ist. Und hier am Terminal 2 gibt es die enormen Weiträume und diese spannende Dach-Glaskonstruktion, die viel Licht durchlässt. Die Formsprache ist einfach und klar, kein Schnick-schnack. Gleichzeitig haben wir hier Säulen und Marmor-Elemente, wodurch eine Opulenz und Wertigkeit geschaffen wird. Diesen Mix aus Minimalismus und gleichzeitig hoher Wertigkeit finden wir heute wieder. Unsere mobile, digitalisierte Zeit verlangt Funktionalität, was eine Einfachheit fordert. Gleichzeitig will sie eine besondere Qualität. Beides vereint der Flughafen Charles-de-Gaulle.

 

 

 

Paul Andreu, ein weltbekannter Flughafen Architekt, hat den Flughafen gebaut. Er sagte: „Ein Flughafen ist mehr als ein Gebäude. Er ist eine Landschaft.“

 

Das ist ein sehr schönes Bild, mit dem wir auch bei uns in der Designabteilung arbeiten. Sprich: Wir denken nicht in Grenzen, sondern in Weiten. Auch wenn am Ende des Tages ein Raum gestaltet wird oder da ein Gebäude steht – das Konzept muss darüber hinausgehen. So schaffen wir Offenheit und Weite in der Architektur und letztlich auch im Raum. Außerdem trifft die Bezeichnung „Landschaft“ wunderbar das, was hier noch passiert. Das Urbane verflechtet sich mit der Natur. Das sehen wir auch hier am Flughafen durch den Einsatz von vielen Grünflächen. Und dann findet sich in den Bars und Cafés immer wieder der Einsatz von dunklen, edlen Hölzern wieder, mit Messing kombiniert. Wir sind alle mit der Natur verbunden und doch leben wir urban. Und genau hier im Urbanen wollen wir auch diese Wurzeln der Natur spüren. Das Bewusstsein hatte ein Paul Andreu damals, und das haben wir auch heute.

 

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